Time to say goodbye: Ein Gentrifizierer verlässt Gostenhof!

Noch vor ein paar Monaten fragte der Arbeitsrechtsanwalt Jörg Steinheimer in den Nürnberger Nachrichten: „Ich musste drei Mieter wegen Eigenbedarfs rauskündigen, bin ich jetzt ein Gentrifizierer?“. Bereits damals antwortete der Stadtteil: JA! Und nun, nur ein paar Monate später, lautet die Antwort: mit größter Sicherheit! Denn nicht genug, dass er die damaligen MieterInnen raus geworfen hat und sich damit in den Nürnberger Nachrichten öffentlich inszenierte, nun verkauft er nach kürzester Zeit das Haus mehr als gewinnbringend. In der Annonce wird mit der ruhigen Lage, dem In-Viertel GOHO geworben und ein Mindestpreis von 350.000€ angesetzt. Angeboten wurde es vor einigen Jahren für etwa ein Drittel.

Uns ist es nur recht, wenn ein Gentrifizierer den Stadtteil verlässt. Sein Engagement als „besorgter“ Hausbesitzer, der sich für Säuberung und Friedhofs-Flair am Jamnitzer Platz einsetzt, werden wir nicht vermissen. Im Gegenteil: alle Menschen, die den Platz gerne nutzen, freuen sich über jeden Wachhund weniger, der zu lautes Reden, Musik und Feierabendbier kriminalisieren will.

Bleibt die Frage, warum Herr Steinheimer uns verlassen will.

Sind die Kinder nun zu alt für den Kinderladen und müssten in die Sprengelschule? Würde es dem Herrn Anwalt dann doch nicht passen, wenn das Kind auf eine Brennpunkt-Schule müsste? Ist die Lage direkt am Platz doch nicht so ruhig, wie in seiner Verkaufsanzeige angepriesen? Ist die Integration in den Stadtteil nicht gelungen? War Herr Steinheimer gar ein Integrationsverweigerer? Oder hat der Gegenwind zu seinen zynischen Aussagen seinen Aufenthalt hier unbequem werden lassen? Haben die paar Jährchen Eigenbedarfsnutzung zur Selbstverwirklichung ausgereicht? Egal, was er hier wollte, worin sein Bedarf bestanden haben mag und warum er jetzt wieder ausziehen will:

Wir können natürlich nur spekulieren, aber immerhin spekulieren wir nicht mit dem Wohnraum von den Menschen, die hier leben und die ein bezahlbares Dach über dem Kopf benötigen. Wir werden sehen, was nun mit dem verbleibenden Mieter geschieht, der nach wie vor in besagtem Haus lebt und wer nun als EigentümerIn folgt.

SpekulantInnen wie Herr Steinheimer sind in diesem Viertel nicht willkommen!
Keine Spekulation mit unserem Wohnraum! Keine Rendite mit der Miete!
Profiteure der Wohnraumkrise vertreiben!
Für ein bezahlbares, rebellisches und solidarisches Gostenhof!

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