Erklärung der Initiative Mietenwahnsinn stoppen zu den Ereignissen rund um die Besetzung der Wodanstraße 57 am 10 Juni 2016

IMG_3199Die Initiative Mietenwahnsinn stoppen erklärt sich solidarisch mit dem „Förderkreis für Lebens(t)räume“ mit seinem Projekt „Wenn nicht hier, wodann?“ und dem Versuch, ein leer stehendes Haus mit Leben zu füllen. Seit mehr als 15 Jahren ist das Haus in der Wodanstraße 57 im Nürnberger Süden komplett unbewohnt. Ein Skandal – vor allem in Zeiten, in denen so viele Menschen auf der verzweifelten Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind. Für rund 11 Stunden wurde aus dem leer stehenden Haus ein sozialer Raum mit Café, Bibliothek, Umsonstladen, Wohnräumen und vieles mehr.

„Es freut uns zu sehen, dass sich an immer mehr Ecken in Nürnberg Widerstand regt“, erklärt Alexandra Winter, Pressesprecherin der Initiative Mietenwahnsinn stoppen. „Nicht nur in Gostenhof wird aufgewertet und verdrängt, sondern auch die Südstadt wird nach InvestorInnen-Interessen fleißig umgekrempelt. Bereits vor einiger Zeit erklärte OB Maly, dass die Entwicklung in Gostenhof als Vorbild für die Südstadt dienen solle. Liebe SüdstädterInnen, das ist eine Drohung. Wer bei uns im Stadtteil eine Wohnung sucht, die man sich auch nur mit einem durchschnittlichem Einkommen leisten kann, blickt bereits in die Röhre. Gut also, dass jetzt Menschen reagieren und Leerstand in dieser Situation nicht hinnehmen.“

Laut Polizeiangaben wurde in besagten Haus einfach nur wüst gefeiert. Dass dies nicht den Tatsachen entspräche, meint ein Aktivist der Initiative Mietenwahnsinn stoppen, der sowohl bei der Aktion als auch bei der Kundgebung am Donnerstag, den 16.06. vor Ort war: „Ich erfuhr davon, dass ein Projekt mit der Idee, gemeinsames Wohnen und eine Öffnung hin zum Stadtteil in der Wodanstraße eröffnen soll. Vor Ort war reges Treiben: Fenster wurden geputzt, Massen an Bauschutt hinaus geschafft und der kleine Laden am Eck für die Nachbarschaft geöffnet. Bei Kaffee und Kuchen wurde sich ausgetauscht. Zahlreiche NachbarInnen zeigten sich mehr als erfreut, dass mit dem Haus nun endlich etwas geschieht. In einigen Stunden ist in dem Haus mehr passiert, als in den letzten 15 Jahren. Was dieser lange Leerstand bewirkt, ist aber auch klar: Die Substanz verfällt und es hat sich an manchen Stellen wirklich schwerer schwarzer Schimmel gebildet. Das regt einen natürlich auf. So ein tolles Haus, so viel Platz für so viele Menschen und es wird dem Verfall frei gegeben!“

Die Debatte um Privateigentum an Wohnraum hat der Vorfall allemal wieder angeregt: Darf ein Eigentümer ein Haus einfach leer stehen lassen, nur weil es ihm gehört? Die Initiative hat dazu eine klare Meinung: „Natürlich nicht. Das Haus sollte unverzüglich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Die InstandbesetzerInnen hatten doch gute Ideen, die auch die Nachbarschaft des Stadtteils mit einbeziehen. Wir denken, dass das letzte Wort zu diesem Haus noch nicht gesprochen ist und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den MitstreiterInnen im Süden.“

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